In Belgien wird es bergiger!

Belgien

Im Norden von Belgien angekommen, ist das Erste was wir merken, dass die Straßen deutlich schlechter sind als in den Niederlanden. Fahrradwege gibt es weniger und wir fahren meistens auf Landstraßen. Das ist für uns auch okay, solange der Verkehr nicht so stark ist. Landschafltich ist es in Belgien erstmal ähnlich wie in den Niederlanden.

Wir fahren bis nach Antwerpen, wo wir über warmshowers bei Stef und Kristine unterkommen. Die beiden sind selbständig und arbeiten als Krankenpfleger. Sie erzählen uns, dass in Belgien fast jeder seine Wohnung kauft und nicht mietet. Dadurch ist fast der gesamte Immobilienmarkt in privaten Händen und die Wohnungspreise bleiben stabil. Die beiden haben ein riesiges Appartement direkt in der Innenstadt; uns bleibt wirklich fast der Atem weg, als wir das erste mal reinkommen!

Stef muss täglich seine Patienten besuchen und ihnen z.B. kurz Medikamente geben oder für die nächsten Tage sortieren. Er läd uns ein, bei seiner Abendtour mitzukommen und so zeigt er uns sehr schöne Ecken in der Stadt. Abends kommen noch zwei andere Couchsurfer (Joe und Hanna) und zu sechst genießen wir ein tolles Abendessen! Danach geht es mit dem Rad ans Wasser und wir trinken mit einem tollen Ausblick auf die Stadt ein von Mönchen gebrautes Bier aus Belgien. Dabei unterhalten wir uns über alles mögliche und Stef erzählt uns interessante Fakten über Antwerpen wie z.B. dass Antwerpen nach New York und London die drittgrößte jüdische Gemeinschaft ausserhalb Israels hat.

Am nächsten Morgen brechen wir zusammen mit Joe und Hanna auf. Sie kommen aus Schottland und machen eine Fahrradtour durch Europa. Wir gehen zusammen bei „Falafeltof“ Falafel essen. Ein sehr guter Falafelladen und die Rezensionen im Internet a lá „Best Falafel in Europe“ bestätigen sich! Da unsere Wege beide Richtung Süden führen, fahren wir zu viert ca. 30 km bis Mechelengen. Es regnet in strömen und wir sind glücklich als wir in Mechelengen beim Lidl ankommen und gemeinsam Obst, Schokolade und Kekse essen 🙂 . Ab hier trennen sich unsere Wege und wir machen ab, dass wir Joe evtl. in Italien wiedersehen. Hanna wird nur noch bis Nordfrankreich fahren und muss dann wieder nach Edinburgh zum studieren. Wir begeben uns wieder auf den Radweg und fahren noch einige Kilometer bis kurz vor Brüssel. Dort finden wir ein verlassenes Restaurant, wo von hinten eine große Garage zugänglich ist. In der Garage stellen wir unser Zelt auf und hängen unsere Klamotten zum trocknen auf. Am nächsten morgen beschließen wir, dass wir einen Pausetag einlegen und noch eine Nacht hier schlafen. Wir haben Kekse, Wasser und unsere eBook Reader. Ein sehr entspannter Tag!

Am nächsten Tag fahren wir dann früh los Richtung Brüssel und verbringen einen netten Tag in der Stadt mit Sightseeing und belgischen Pommes. Das Geheimnis an belgischen Pommes ist, dass sie zweimal fritiert werden! Während unserer Tour machen wir unsere ersten 1000km voll und wir sind sehr stolz auf uns. Wir werden mit unseren vollbeladenen Rädern von einem asiatischen Pärchen nach einem Foto gefragt, wozu wir lachend zustimmen! Abends fahren wir kurz hinter die Stadtgrenze und übernachten nahe der Autobahn – etwas laut aber es ist ok.

Südlich von Brüssel wird von den Menschen nur noch französisch gesprochen und auch die Landschaft ändert sich. Es wird deutlich bergiger und wir fahren Richtung Südosten auf die Ardennen zu. Die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit. Öfter werden wir angesprochen ob wir was brauchen, und wo wir herkommen. Das erzählen wir gerne und öfter reichen wir unsere Visitenkarte rüber.

Etwa 100 km entfernt von Brüssel bekommen wir einen Anruf von Michels Bruder. Er ist grade auf dem Rückweg von seinem Urlaub in Nordspanien und fährt auf der Autobahn E42 durch Belgien. Wir schauen kurz auf unser Handy zwecks Standort und sehen dass wir ca. 100 m entfernt von einer Brücke stehen, über die die E42 entlang geht. Zufälle gibts und wir senden ihm unseren genauen Standort und machen einen Termin für eine kurze Kaffepause um 2 Uhr nachts aus! Pünklich kommt er zusammen mit einem Freund in seinem Bulli bei unseren Campingspot an und wir trinken Kaffe und tauschen unsere Erlebnisse aus. Das war richtig toll!

Die nächsten Tage geht es weiter Richtung Luxemburg und die Berge werden immer höher bis auf ca. 550 m. Ein gutes Training für folgende Gebirge und wir sind jetzt schon froh über unsere gut gewählte Rohloff-Schaltung!

Das Sortiment im Supermarkt ändert sich und wir sind etwas verwirrt, als eine Aldi-Mitarbeiterin uns fragend anschaut als wir nach Haferflocken und Rosinen fragen; sowas gibt es hier nicht!

Teilweise sind die Landstraßen sehr stark befahren und einmal hört der Fahrradweg plötzlich auf und wir stehen auf einer 2-spurigen Landstraße ohne richtigen Seitenstreifen. Das war nicht so schön und wir haben uns schleunigst zur nächsten Abfahrt begeben. So fahren wir die restlichen Kilometer bis Luxemburg auf kleineren Landstraßen und geniessen Abends die tollen Ausblicke von unseren Campingspots auf die Berge der Ardennen. Auch wenn die letzten Kilometer sehr anstregend waren, haben wir unsere täglichen 50 km immer geschafft und teilweise sogar deutlich überboten. Langsam werden wir wohl fitter! Wir schlagen 20 km vor der Grenze ein letztes mal unser Zelt in Belgien auf und freuen uns darauf Luxemburg, unser viertes Land, zu befahren.

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