Luxemburg ist gar nicht so klein!

Luxemburg

Wir überqueren die Grenze nach Luxemburg in der kleinen Stadt Martelange. Von hier aus sind es ca. 45 km Richtung Südosten bis nach Luxemburg Stadt. Wir fragen in einem Restaurant nach dem WLAN Passwort und schauen uns das Höhenprofil an. Gute Neuigkeiten für uns; wir befinden uns auf 500 m Höhe und Luxemburg liegt auf ca. 250 m. Das macht die geplante Tagestour erträglicher. Immerhin sind wir heute schon 20 km in Belgien gefahren. Nachdem wir unsere Wasservorräte aufgefüllt haben, geht es also los! Wir fahren wieder entlang von kleineren Landstraßen und genießen die tolle Landschaft. Dabei denke ich oft an den Erdkundeunterricht; dort wurde Luxemburg immer als sehr kleines Land dargestellt und so habe ich es auch in Erinnerung. Das mag ja vergleichsweise auch richtig sein, aber wenn man mit dem Fahrrad durch das halbe Land fahren soll, ist das trotzdem ziemlich weit 🙂 ! Zwischendurch ziehen wieder graue Wolken auf und es fängt an zu regnen. Daran haben wir uns fast schon gewöhnt, da es seit Brüssel fast jeden Tag regnet. Am späten Nachmittag stellen wir fest, dass Sonntag ist und keine Supermärkte auf haben. Also gehen wir zu einer Tankstelle und kaufen uns dort ein wenig Obst und Kekse für einen kleinen Mittagssnack – etwas teuer aber wir werden satt. In einem Restaurant fragen wir nochmal nach WLAN und schreiben wieder ein paar Leute bei couchsurfing und warmshowers an um eine Übernachtungsmöglichkeit in Luxemburg zu bekommen. Bisher leider ohne Erfolg und wir überlegen uns als Plan B das Zelt auf einem Rastplatz kurz vor der Stadtgrenze von Luxemburg aufzustellen. Als wir ein paar Stunden später dort ankommen, machen wir grade fünf Minuten Pause bis wir eine SMS von Gauilomme bekommen. Er hatte ein Inserat bei Warmshowers und hat auf seiner Couch Platz für uns. Wir freuen uns riesig, checken kurz die Karte und sehen, dass wir nur noch 3 km fahren müssen bis wir bei ihm sind! Also schnell auf die Räder und hin zu ihm! Noch 1-2 schön steile Berge und 30 anstrengende Minuten später sind wir bei ihm (Ja 30 Minuten für 3 km.. ^^).


Wir werden freundlich empfangen und nach kurzer Vorstellung auf englisch stellen wir fest, dass wir ja auch alle deutsch reden! Unsere Räder dürfen wir in die Garage stellen und als Erstes nehmen wir eine ausgiebige warme Dusche – das tut gut! Danach kochen wir uns ein Reisgericht und unterhalten uns mit Gauilomme und seinem Mitbewohner Bronko. Später fahren wir gemeinsam mit Gauilomme in die Altstadt von Luxemburg. In einem kleinen Lokal an der Alzette trinken wir ein köstliches Bier, genießen den Ausblick und reden über unsere Reise, den Brexit und die unterschiedlichen Bierkulturen in Holland, Belgien, Luxemburg und Deutschland. Spätabends gehen wir dann, nach einem anstrengenden Tag mit ca. 80 km Fahrrad fahren, ins Bett und schlafen gemütlich aus. Morgens frühstücken wir gemeinsam mit Gauilomme, der uns einen hervorragenden Kaffee macht und gehen danach zu Fuß auf Erkundungstour durch die Stadt. Wir machen einen schönen Spaziergang durch die alten Festungsanlagen und die City von Luxemburg. Danach gehen wir in ein kleines Café, welches Gauilomme uns empfohlen hat, um ein bisschen am Blog zu arbeiten. Selbstverständlich sitzt er auch grade dort und trinkt einen Espresso mit einer Freundin – Ist halt eine nicht ganz so große Stadt 🙂 . Nach ein paar Stunden gehen wir einkaufen und kochen Kartoffeln mit Dip und gebratenen Kichererbsen. Abends schneiden wir weiter YouTube Videos und trinken Orangenlimo – gemütliches Arbeiten!

Morgens machen wir uns in Ruhe fertig und packen unsere Sachen. Wir holen unsere frisch gewaschenen Klamotten aus dem Keller und nehmen noch eine warme Dusche! In der Garage pumpen wir unsere Räder auf und befestigen die Taschen. Ein schnelles Abschiedsfoto mit Gauilomme und wir fahren los Richtung Frankreich. Luxemburg hat uns sehr gut gefallen und wir hatten einen wirklich netten Aufenthalt bei Gauilomme – das war den kleinen Umweg auf unserem Weg Richtung Süden definitiv wert!

Am 3-Länder-Eck Frankreich-Belgien-Luxemburg überqueren wir die Grenze und sind in dem fünften Land unserer Reise. Wir werden direkt freundlich von 2 Franzosen mit „Bonjour“ und „Bon Voyage“ begrüßt! Das freut uns sehr und wir sind gespannt auf die unterschiedlichen Regionen und Menschen dieses Landes. Jetzt geht es durch die Champagne in Richtung Paris!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nehme mir Zeit, um jeden Reiseblog zu lesen. Sehr interessant Eure geplante Route. Bin gespannt auf die nächsten Berichte.
    Gute Fahrt weiterhin. Ja und wie immer viele schöne Erlebnisse.

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