Wasserversorgung und Hygiene auf Fahrradreisen

Wasser

Wo bekommt man Wasser in der Wüste? Was ist wenn das Wasser auf einmal leer ist? Wie wäscht man sich, wenn man im Zelt schläft?
In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen und geben dir Tipps wie du deine Wasserversorgung für deine Fahrradreise optimieren und vor allem sicherstellen kannst. Insbesondere dann, wenn du mit dem Rad in abgelegenen Gegenden unterwegs bist.
Diese Tipps gelten natürlich auch für alle anderen Individualreisenden, egal ob du zu Fuß, mit einem Boot oder sonstwie auf Abenteuer-Reise unterwegs bist.

“Du wirst erst merken wie wichtig Wasser ist, wenn du es nicht mehr hast!”

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Wasserversorgung auf dem Fahrrad

Um unser Wasser zu transportieren, haben wir Wassersäcke dabei, die wir leicht an unseren Fahrrädern montieren können. Je nachdem wo du unterwegs bist, in welcher Jahreszeit und wie weit du fährst solltest du kalkulieren wieviel Reserven du brauchst. An extrem heißen Orten, kannst du damit rechnen, dass du bis zu 10l Wasser pro Tag brauchst. Wir haben insgesamt Kapazitäten für 35 Liter Wasser, was im Extremfall also für knapp zwei Tage reichen würde.

Wir haben zwei 10 Liter Säcke von Ortlieb, einen 4 Liter Sack von Ortlieb und zwei einfachere 5 Liter Säcke dabei. Dazu dann noch jeweils eine Trinkflasche für unseren Getränkehalter am Fahrrad.

Für die meisten Abschnitte unserer bisherigen Tour war dies zwar überdimensioniert, aber in Kasachstan haben wir das komplette Volumen tatsächlich einmal ausschöpfen müssen und haben dieses dann auch wirklich benötigt. Im normalen Alltag reicht uns allerdings ein 10 Liter Sack, den wir den Tag über folgendermaßen auffüllen:

Leitungswasser

In den meisten Ländern die wir mit dem Fahrrad bereist haben, war es problemlos möglich das Leitungswasser zu trinken. Oft gibt es in kleinen Dörfern Wasserhähne, an denen man sich gratis bedienen kann. Auch auf Campingplätzen, Restaurants, Tankstellen, Friedhöfen und an Kirchen/Moscheen gibt es eigentlich immer einen Wasserhahn.

Brunnen und Quellen

Insbesondere in den Bergen gibt es viele Quellen, aus denen man sich allerbestes Wasser abfüllen kann. Brunnen gibt es oft in ärmeren und weniger entwickelten Ländern und Gegenden. Entweder direkt an Häusern oder in der Nähe des Zentrums von Dörfern. Auch in Wüsten gibt es oft als einzige Wasserquelle einen Brunnen.

Abgefülltes Wasser in Flaschen

Versuchen wir auf Grund des unnötigen Mülls so oft es geht zu vermeiden. Manchmal hat man allerdings keine Wahl und wir kaufen uns ein paar Flaschen Wasser.

Wasserfilter für Seen und Flüße

Zusätzlich haben wir einen kleinen Wasserfilter von Sawyer dabei. Der Filter wiegt grade mal 56 Gramm und lässt sich dank eines Gewindes direkt auf unsere Ortlieb Wassersäcke oder eine Wasserflasche schrauben. Man kann das Wasser sofort trinken und es werden 99,99999% aller bekannten Bakterien wie z. B. Salmonellen, Cholera und E.coli und 99,9999% aller Protozoen wie z. B Giardien und Kryptosporidien entfernt.
Wir nutzen ihn nicht allzu oft, aber mehr als einmal hat uns der Filter gerettet, als wir weit und breit kein Wasser auftreiben konnten und als einzige Möglichkeit ein dreckiger Fluss oder See vorhanden war. In Russland haben wir mit dem Filter Wasser aus der Wolga getrunken.

Optional kann man natürlich auch das Wasser aus den oben genannten Quellen zusätzlich filtern.

Einheimische nach Wasser Fragen

Eine sehr gemütliche Art und Weise seine Wasservorräte aufzufüllen, ist einfach an Häusern zu fragen oder Autos anzuhalten. Insbesondere auch in abgelegenen Gegenden, kann man im Notfall immer ein Auto anhalten. Die Menschen waren bisher immer nett und hilfsbereit!

Was soll man machen wenn das Wasser ausgeht?

In erster Linie sollte man natürlich immer gut planen und sich vergewissern wo die nächste Auffüllmöglichkeit besteht. Aber es kann natürlich immer irgendwas dazwischen kommen. Das wichtigste ist, immer die Ruhe zu bewahren. Wenn die Sonne scheint, versuche im Schatten zu bleiben und Lösungen für das Problem finden. Rufe jemanden an. Wenn man auf einer Straße unterwegs ist, sollte bald ein Auto vorbeikommen. Wenn man in abgelegenen Gegenden ist, kann man sich vorher informieren, wie man im Notfall Wasser finden kann. Kakteen aufschneiden, nach Wasser graben oder Regenwasser auffangen sind ein paar Möglichkeiten.

Wir waren auf unserer Fahrradreise bisher noch nicht in einer solchen Situation und denken, dass sich diese mit entsprechender Planung auch vermeiden lassen. Sei immer vorsichtig und plane deine Etappen umsichtig!

Hygiene – Wo kann man sich auf einer Fahrradreise waschen und duschen?

Man muss sich schon darauf einstellen, dass man nicht jeden Tag eine Luxusdusche hat, aber dennoch hat man fast jeden Tag die Möglichkeit sich irgendwie zu waschen. Hier sind die Möglichkeiten die wir bisher genutzt haben:

  • An öffentlichen Stränden gibt es oft Duschen
  • Auf Campingplätzen gibt es immer Duschen. Mann kann auch dreist und selbstsicher auf das Gelände fahren, duschen und danach weiterfahren. Sowas machen wir natürlich nicht! 😉
  • Auf unsere Ortlieb Wassersäcke können wir einen Adapter schrauben und haben dann eine kleine Dusche
  • Wir baden in Seen, Flüssen, heißen Quellen und im Meer
  • In Hotels gibt es natürlich immer eine Dusche
  • Eine kleine morgendliche Katzenwäsche mit einem halben Liter Wasser kann allerdings auch schon Wunder bewirken 😉

Zusatztipp, Warmshowers und Couchsurfing

Oft und gerne nutzen wir die Möglichkeit uns über die Plattformen Warmshowers und Couchsurfing bei netten Menschen einzuquartieren. Auf diesen Plattformen können sich Menschen aus der ganze Welt anmelden und sich als (kostenlosen) Host für (Fahrrad-) Reisende anbieten. Dort hat man dann neben den tollen Erfahrungen, Einblicken in die Kultur und oft sehr leckerem Essen, zusätzlich die Möglichkeit eine Dusche zu nehmen und mit gefüllten Trinkflaschen weiterzufahren.

Wir hoffen dass wir dir mit diesem Artikel ein paar Fragen beantworten konnten und du nun für eine anstehende oder grade geplante Fahrradreise gut informiert bist. Falls doch noch fragen sind, hinterlasse uns gerne einen Kommentar! Berichte uns auch gerne wie du deine Wasserversorgung auf dem Fahrrad optimiert hast und welche Tipps du noch hast!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. “Abenteuer sind das Ergebnis von schlechter Planung.”
    Colonel John Nicholas Blashford-Snell

    Liest sich aber zum Gück, als wäret ihr gut vorbereitet. 😉

    Weiterhin gute Fahrt

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