COVID 19 – Nach 4 Jahren Weltreise abgebrochen

Kurz und knapp, ja, wir sind wieder in Deutschland.

Stand heute sind wir seit 3 Jahren, 10 Monaten und 6 Tagen unterwegs. Wir sind 49.270km mit unseren Fahrrädern gefahren und haben 43 Länder besucht.

Ankunft in Marne

Aber ist es jetzt wirklich das Ende unserer Fahrrad Weltreise? Nein! Wir wollen auf jeden Fall wieder los, die Frage ist nur wann. Und diese Frage kann uns im Moment niemand beantworten. Jetzt sind wir erstmal bei Michels Eltern und haben uns eine zweiwöchige Quarantäne auferlegt. Wir werden versuchen die Zeit zu nutzen und soviel Videomaterial wie möglich zu bearbeiten.

Aber wie kam es überhaupt dazu?

Ende Dezember 2019 wird der erste Fall von Corona in China gemeldet. Wie fast alle bekommen wir das nur am Rande mit und in den nächsten Wochen hört man immer mal wieder sporadisch etwas von diesem neuen Virus. Wir befinden uns zu diesem Zeitpunkt in Mexiko und da der Virus hier erst sehr spät ankommt, reisen wir ganz normal weiter. Nach Mexiko ging es nach Guatemala und Belize, wo wir auch so gut wie gar nichts von Corona mitbekommen. Mittlerweile ist es Anfang März und die ersten Nachrichten über Corona in Deutschland erreichen uns. Wir bleiben weiterhin entspannt, da es in Mexiko nach wie vor keine Fälle gibt.

Entspannt fahren wir durch Mexiko

Anfang März fliegen wir dann von Cancun, Mexiko nach Havanna auf Kuba. Der Flug läuft ganz normal und es gibt keine besonderen Sicherheitschecks. Lediglich am Ende des Fluges werden zwei große Flaschen Desinfektionsspray im Flugzeug versprüht.

Michels Eltern fliegen ein paar Tage später von Deutschland nach Havanna. Sie machen zunächst eine Rundreise und dann wollen wir uns treffen und gemeinsam eine Woche in Santiago de Cuba verbringen.

Kurz nachdem sie geflogen sind, werden in Deutschland Ausgangsbeschränkungen etc. verkündet. Wir sind alle froh im Moment auf Kuba zu sein, hier gibt es bisher keinen Fall von Corona.

Jedoch dauert es nicht lange und nach ein paar Tagen werden die ersten drei Infektionen gemeldet – eine Reisegruppe aus Italien und deren Reiseleiter.

Michels Eltern Reisen ebenfalls in einer Reisegruppe. Wir fahren mit dem Fahrrad langsam Richtung Osten. Eigentlich ist ein treffen erst am 1. April in Santiago de Cuba geplant, aber wir beschließen, uns schon vorher für 1 oder 2 Tage in Trinidad zu treffen.

Das bekommen wir auch hin und sind glücklich darüber; wir verbringen zwei Tage miteinander und planen am Abend von Tag zwei unsere gemeinsamen Aktivitäten für den nächsten Tag: Salsa Kurs und Strandtag.

Treffen in Trinidad

Doch gegen Abend kommt der Reiseleiter vorbei und kündigt an: Die Reise ist vorbei, morgen geht es zurück nach Havanna und dann so schnell wie möglich mit dem Flieger nach Deutschland. Wir verabschieden uns am nächsten Morgen von Michels Eltern, sind selber aber optimistisch unsere Reise erstmal wie geplant fortzusetzen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Insel komplett dicht macht und wir fühlen uns sehr wohl hier.

Am nächsten Tag werden wir abends jedoch von der Polizei in unserem Zelt überrascht. Wir werden in ein Hotel gebracht und am nächsten Morgen bekommen wir die Nachricht: Alle Touristen müssen nach Havanna und wir dürfen nicht mehr mit dem Fahrrad fahren.

So werden wir mit einem Bus in ein Hotel nach Havanna gefahren, wo wir ein paar Tage abwarten. Wir dürfen in unserem Zelt schlafen, aber ab sofort herrscht Ausgangssperre für alle Touristen. Die Behörden machen Druck, wollen alle Ausländer so schnell wie möglich von der Insel bekommen. Die Lage hat sich innerhalb von ein paar Tagen um 180° gedreht.

Zelten auf dem Hotelgelände

Wir registrieren uns beim Rückholprogramm der Bundesregierung und suchen nach Alternativen. Aber die gibt es nicht, fast alle Länder schließen ihre Grenzen und Flüge gibt es so gut wie keine mehr. Mexiko wäre eine Option, aber es gibt keine Flüge. Und wie wird die Situation dort in 1-2 Wochen aussehen? Uns wird langsam klar, die einzige Option ist eine Rückkehr nach Deutschland. Wir können es nicht glauben, aber es gibt keine andere Wahl.

Wie geht es weiter?

Am letzten Freitag, 27.03., hören wir dann von einem Flug nach Amsterdam für 600€. Wir überlegen kurz, wissen aber schon was zu tun ist. Der Flug wird gebucht und geht in etwa 8 Stunden. Wir schwingen uns auf unsere Fahrräder und fahren zum Flughafen. Die Polizei hält uns noch an und versucht uns zu erklären, dass wir uns nicht auf der Straße aufhalten dürfen, schließlich überzeugen wir sie aber und dürfen weiter zum Flughafen fahren – Unser Spanisch ist mittlerweile doch recht brauchbar.

Und das wars, wir fliegen über Paris nach Amsterdam und fahren dann mit dem Zug bis nach Dithmarschen, in Norddeutschland. Die letzten 10 km vom Bahnhof bis zum Haus von Michels Eltern dann noch mit dem Fahrrad und dann haben wir es geschafft, wie uns klar wird – Wir sind einmal um die Welt gereist. Vor knapp 4 Jahren standen wir hier im Garten mit unseren Rädern und sind Richtung Osten losgefahren. Und jetzt kommen wir aus dem Westen wieder hier an. Einmal um die Welt, mit Rad und Zelt. Aber es ist nicht das Ende, sondern lediglich die erste Runde… 🙂

Jetzt ist die Zeit um die Reise weiter zu reflektieren, Zeit mit der Familie zu verbringen, und natürlich, ganz viele Videos für euch zu bearbeiten. Nichts verpassen, hier geht es zu unserem YouTube Kanal! Morgen, am 1. April machen wir dort gegen Abend auch noch einen LIVESTREAM mit mehr Infos!

Bleibt stark, viel Liebe,

Olga und Michel


Dir gefallen unsere Inhalte?

Es gibt viele Wege wie du unsere Reise und unseren Blog unterstützen kannst!
Mehr Informationen: Unterstütze uns


Unsere Ausrüstung:


Neueste Blogartikel:


Teile diesen Beitrag:

19 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar