Ein halbes Jahr auf Fahrradweltreise

Rausgefahren

Kaum zu glauben, aber wir fahren jetzt schon seit 6 Monaten mit unseren Fahrrädern um die Welt! Genauer gesagt sind wir bisher nur in Europa unterwegs, aber irgendwo muss man ja anfangen 🙂 . Wir haben dabei schon so viel erlebt, gesehen und gelernt, dass wir euch nun in einer kleinen Zusammenfassung daran teilhaben lassen möchten!

Unsere Reise und damit ein komplett neuer Lebensabschnitt fing an, als wir am 24. Mai 2016 in Hamburg unsere Wohnungsübergabe abgeschlossen hatten. Nun ist alles was wir noch besitzen auf unseren Fahrrädern und ab jetzt besteht unser Tagesablauf  größtenteils aus Fahrradfahren, Essen & Trinken organisieren und gegen Abend einen Zeltplatz finden! Zwei Tage später kommen wir in Marne an der Nordseeküste an um Michels Familie zu besuchen. Olgas Mama reist auch an und wir verbringen eine schöne gemeinsame Zeit. Am 01.06.16 heiraten wir im Marner Standesamt und sind ab jetzt offiziell auf Hochzeitsreise! Einen Tag später geht es dann wieder auf die Räder und weiter Richtung Niederlande…

Länder

Bisher haben wir auf unserer Reise 13 Länder besucht. Im folgenden eine Liste mit allen Ländern, der Aufenthaltsdauer und den gefahrenen Kilometern.

 

Insgesamt sind wir bisher 8590 Kilometer gefahren und saßen 556 Stunden auf unseren Fahrrädern. Die genaue Route kannst du dir hier anschauen!

Rausgefahren

On the Road!

Menschen

In jedem Land haben wir unglaublich tolle und nette Menschen getroffen. Jedes einzelne Erlebnis hier zu beschreiben, würde allerdings den Rahmen sprengen. Deshalb widmen wir den Großteil dieses Abschnittes auf eine ganz besondere Gruppe Menschen – Unseren Warmshowers Hosts.

Warmshowers ist eine Internetcommunity, auf der Privatleute eine kostenlose Schlafmöglichkeit für Radreisende inserieren können. Wir versenden dann Anfragen an potentielle Hosts und schlafen bei Zusage im Gästezimmer, auf einem Sofa oder im Garten in unserem Zelt. Hauptsächlich haben wir Warmshowers in Großstädten genutzt, um die Städte gemütlich zu Fuß erkunden zu können. Meistens haben wir am Ersten Tag gemeinsam gekocht, uns mit unserem Host unterhalten und eine warme Dusche genommen! Am zweiten Tag ging es dann zu Fuß in die Stadt und Abends gab’s wieder ein leckeres Essen.

In Slowenien haben wir Warmshowers aber auch in kleinen Dörfern genutzt und waren so viel näher an den Menschen und dem alltäglichen Leben dran. So fanden wir uns am ersten Tag unserer Tour in Slowenien plötzlich am Küchentisch eines lieben Ehepaares und haben mit ihnen und unserem Warmshowers Host selbst gemachten Wein getrunken. Dazu wurde Brot, Kuchen, Nüsse,  Früchte und noch vieles mehr aufgetischt. Ein unvergesslicher Abend mit tollen Gesprächen und einem Hangover am nächsten Tag… 😀

Aber das ist nur eine der vielen schönen Geschichten. Andere tolle  Erlebnisse mit unseren Warmshowers Hosts waren z.B. eine Tour durch die kleinen Brauereien in Rotterdam, eine Fahrradsightseeing Tour durch Antwerpen oder unsere Übernachtung in einem Studentenwohnheim in Paris. In Bordeaux hatten wir sogar ein komplettes Appartement für uns alleine, ohne den Besitzer überhaupt zu treffen! Weiter ging’s mit einem gemeinsamen Essen über den Dächern von Barcelona, einem Luxusappartement in Mailand und einer jungen Familie in Slowenien. Dazu gab es meistens schöne und inspirierende Geschichten übers Radreisen und ferne Länder!

Neben unseren Warsmhowers haben wir natürlich auch unterwegs fast täglich nette Menschen getroffen. Ob beim Einkaufen, beim “Route kucken” oder einfach während des Vorbeifahrens durch ein nettes Hupen. Die Menschen waren fast immer freundlich und haben sich oft gefreut uns beide so voll beladen zu sehen!

Da ja bekanntlich aber nicht alles schön ist, haben wir (wohl unvermeidbar) auch ein paar komische und nicht so freundliche Menschen getroffen. Da waren die etwas wilden Autofahrer in Belgien und Portugal oder eine etwas verwirrte Dame die Olga, während sie eine Melone geschnitten hat, unser Messer aus der Hand riss und wild damit rumfuchtelte. Einmal begegnete uns ein ziemlich angespannter Autofahrer, der auf einmal stehen blieb und mit einem Brecheisen auf uns zu kam. Die Vorgeschichte dazu war, dass der gute Herr uns 300 m vorher in einem Kreisverkehr geschnitten hat und Michel ihm den (äääh) “Zeigefinger” gezeigt hat. Diese Situation war also nicht ganz unverschuldet unsererseits, aber nach tagelangem drängeln der Autofahrer verliert man irgendwann mal die Contenance – Genauso wie der Autofahrer! Aber auch diese unangenehmen Situationen haben uns vorangebracht, weil wir immer etwas daraus gelernt haben!

Im Endeffekt können wir auf jeden Fall sagen, dass diese negativen Vorkommnisse Ausnahmen waren und wir positiv überrascht sind, wieviele Menschen uns auf unserem Weg geholfen haben! Die Welt ist oft nicht so schlecht wie du denkst!

Portugal

Locals 😀

Finanzen

Finanziell stehen wir nach 6 Monaten Reise ziemlich gut da. So haben wir z.B. im letzten halben Jahr lediglich 35 € für Unterkünfte ausgegeben – Ein Campingplatz in Amsterdam, wo wir 3 Nächte geblieben sind. Ansonsten war immer Wildcampen, Warmshowers oder Couchsurfing angesagt!

Insgesamt haben wir auf unserer Reise bisher 2930 € ausgegeben. Genaue Finanzstatistiken gibt’s hier. Wenn wir unsere Ausgaben ungefähr so halten wie sie jetzt sind, werden wir mit unseren Ersparnissen noch ein paar Jahre Reisen können – Gute Aussichten!

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Geld! 😀

Wetter

Wettertechnisch haben wir nun schon fast alles erlebt, was es so zu bieten gibt. Wir sind im Mai losgefahren und hatten zunächst noch ziemlich kaltes und regnerisches Frühlingswetter. In Spanien waren wir dann im absoluten Hochsommer und mussten Mittags für mehrere Stunden in den Schatten fliehen. Die 45° C in der Sonne sind krass gewesen! In Italien brach dann plötzlich der Herbst über uns ein und wir waren froh, dass wir unsere Handschuhe die ganze Zeit mitgeschleppt haben!

In Kroatien war es an einem Tag so unglaublich windig, dass wir kaum fahren konnten. Der böige Küstenwind war teils so stark, dass wir absteigen mussten und unsere Räder mit voller Kraft gegen den Wind halten mussten. Das war wirklich Fahrradfahren für Profis! In Bosnien und Herzegowina sind wir von einem Schneesturm überrascht worden, als auf 1300 Höhenmetern aus Regen irgendwann Hagel und dann Schnee wurde! Zum Glück wurden wir kurz darauf von einem netten Mann eingeladen, den Tag vor seinem Ofen zu verbringen!

Im Endeffekt können wir aber auch sagen, dass wir unser Zelt bisher nur einmal im Regen aufbauen mussten! Daher sind wir auf unserer bisherigen Reise mehr als zufrieden mit dem Wetter! Wir hoffen dass wir weiterhin so viel Glück haben 🙂 . Genaue Wetterstatistiken gibt’s hier!

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Schnnee in Bosnien und Herzegowina

Ups and Downs

Am schönsten sind die Bergabfahrten und das Abendessen. Auf beides kann man sich stundenlang freuen – jeden Tag 😀 .

Ja natürlich gab es auch schon schlechte und schwierige Momente auf unserer Reise. Ab und an ist ein Streit wohl unvermeidbar wenn man 24 Stunden am Tag mit dem Partner zusammen ist. Wir vertragen uns dann aber immer wieder schnell und freuen uns zusammen aufs Abendessen 🙂 .

Schön ist es auch immer wieder, wenn eine Reisegruppe aus Asien mal wieder ein Fotoshooting mit uns machen möchte – das lassen wir dann fröhlich über uns ergehen! Immer wieder gute Laune bekommt man auch wenn die Autofahrer oder Fußgänger einen wild gestikulierend begrüßen – Da fühlt man sich ungelogen teilweise wie ein Superstar ^^ .

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Essen!!

Social Media

Social Media ist durchaus ein großer Teil unserer Reise und an erster Stelle sei hier die Positivtät, die wir aus unserer Internetpräsenz ziehen, genannt. Es ist so toll die motivierenden Wörter von euch zu hören! Genau deshalb lieben wir es einfach unsere Zeit in Blogartikel, Fotos und Videos zu stecken! Daneben ist es aber auch schön einfach noch etwas anderes zu tun zu haben. Den ganzen Tag nur Radfahren und Sightseeing machen, wäre für uns auf Dauer zu öde!

Falls ihr Tipps und Anregungen zu Blog, Facebook oder YouTube habt, immer gerne her damit! Wir halten ansonsten den Kurs, weil wir davon ausgehen, dass euch der Kontent so gefällt!

Als kleinen Blick in die Zukunft planen wir derzeit eine “Tipps & Tricks” Sektion auf unserem Blog – Also was wollt ihr Wissen? 🙂

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Social Media – Stilgerecht im Café

Persönliche Veränderungen

Ja die gab es auf jeden Fall. Alleine unsere Partnerschaft ist auf einem ganz anderen Level als sie es vorher war. Wie oben bereits erwähnt, streitet man sich auch mal, aber im Großen und Ganzen sind wir uns deutlich näher als vorher. Was soll man auch erwarten wenn man 6 Monate jeden Tag 24 Stunden zusammen ist? Wohlgemerkt allerdings nicht auf der Couch vor der Glotze, sondern kombiniert mit harter körperlicher und geistiger Anstrengung! Das schweißt zusammen – und wie!

Unsere Sichtweisen auf Besitztümer, Geld und Umweltverschmutzung haben sich deutlich verankert. Auch vor der Reise haben wir schon sehr minimalistisch und umweltbewusst gelebt. Jetzt können wir es uns aber erst recht nicht mehr vorstellen irgendwelche Autos, Häuser oder Modekleidung zu kaufen – wofür denn bitteschön? Wir konnten in Deutschland in so kurzer Zeit so viel Geld ansparen und können davon jetzt jahrelang Reisen – was ist deiner Meinung nach besser oder wichtiger? Wir entscheiden uns für die unglaublichen Erfahrungen, die uns niemand mehr wegnehmen kann!

Während wir uns in solchen Gedanken vertiefen, können wir an fast jedem Tag sehen, was die Konsumgesellschaft mit unserer Erde anrichtet. Neben den Straßen sind überall Müllberge – Mal kleinere, mal größere, mal brennende. Mensch! – Wieso tust du das deinem Planeten an?

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Warum??

Wie geht es nach Europa weiter?

Wir sind jetzt in Montenegro und fahren weiter Richtung Türkei. Über Weihnachten sind wir zusammen mit Olgas Mama in Izmir und fahren danach weiter nach Antalya. Dort steht unser erster Flug an! Wir fliegen nach TeI Avív um Olgas Oma zu besuchen und mit dem Rad nach Jordanien zu fahren. Danach gehts im Frühling zurück in die Türkei und Richtung Russland.

Unser abschließendes Fazit: Mit dem Fahrrad um die Welt (in Europa 😉 ) fahren bringt Spaß und wir bleiben dabei!!!

Rausgefahren

Uns gehts gut 😀

 

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