Italien – Fahrradrennen, Pasta und Vino!

Italien

Gegen Abend des fünften Oktobers überqueren wir an der Mittelmeerküste die Grenze zu Italien. Das ist für heute unser drittes Land, weil wir neben Frankreich auch noch im schönen Monaco waren! Wir kaufen uns in einem kleinen Supermarkt Pasta & Tomatensauce für das Abendessen und finden an einem kleinen Rastplatz direkt an der Steilküste einen schönen Campingspot.

Entlang des Mittelmeeres!

Am nächsten Tag geht es Richtung San Remo und kurz vor der Stadt fängt ein richtig toller, 30 km langer Radweg an. Der Radweg ist auf einer alten Eisenbahntrasse gebaut und wir fahren ziemlich am Anfang durch einen großen Tunnel! Hier hängen Banner von der Decke, auf denen spannende Momente des berühmten Fahrradrennes “Mailand – San Remo” abgebildet sind. Das finden wir richtig cool, weil wir die Strecke des Rennens in entgegengesetzte Richtung fahren wollen! Ab San Remo geht es direkt an der Küste entlang durch schöne alte Städte und wir werden oft von den Leuten gegrüßt! An jeder Ecke hören wir ein Ciao und viele Radfahrer finden es spannend und witzig, dass Michel auf seinem Gepäckträger ungefähr 15 Bananen fürs Mittag angespannt hat – “Haha Banana Benzina!” ist nur einer der vielen Sprüche die wir heute hören 😀 . Abends finden wir an einem schönen und leeren Sandstrand einen wunderbaren Campingspot. In Italien ist die Urlaubssaison vorbei und alle Strandbars liegen abgebaut am Ende des Standes – Das nehmen wir freudig so hin!

Am darauffolgenden Morgen nehmen wir die letzte Mittelmeeretappe des Rennens in Angriff und werden wieder freundlich begrüßt! An einem Einkaufszentrum machen wir Mittagspause und kaufen uns einen neuen Kochtopf. Bei unserem löst sich die Teflon Beschichtung immer mehr und das Essen brennt andauernd an. Im Nachhinein können wir nun sagen, dass dies bisher eine der besten Investitionen auf unserer Reise war! Abends sind wir wieder am Strand neben einem Wohnmobilparkplatz, kochen uns gemütlich leckere Pasta und verbringen unsere nun vorerst letzte Nacht am Mittelmeer.

Nun geht`s nach Mailand!

Wir müssen noch ca. 10 km an der Küste fahren, ehe wir die Abzweigung nach Mailand nehmen. Wir sind heute aber irgendwie ein wenig zu motiviert unterwegs und so fahren wir 5 km an unserer Ausfahrt vorbei. Nachdem wir die Karte gecheckt haben, sehen wir dass es leider nicht so richtig einen anderen Weg gibt und so fahren wir etwas genervt die 5 km wieder zurück und nehmen diesmal die richtige Straße in die Berge!

Jetzt geht es bis zu dem 532 m hohen Turchino Pass erstmal ein gutes Stückchen bergauf. Der Pass ist der höchste Punkt des Radrennens und gegen Mittag kommen wir oben an. Danach haben wir aber erstmal eine gemütliche Bergabfahrt vor uns! Wir wollen uns als kleine Belohnung eine Pizzeria suchen, doch leider ist wie gesagt die Urlaubssaison in Italien vorbei und so haben alle Pizzerien auf unserem Weg geschlossen… Also gibt es Mittags wieder eine große Portion Obst und wir fahren weiter, bis wir an einem kleinen Fluss unser Nachtlager errichten.

Über Nacht bricht nun plötzlich der Herbst in Italien ein und Morgens müssen wir uns dick anziehen um nicht zu frieren! Zum Glück haben wir unsere warmen Klamotten und Handschuhe dabei! Wir fahren durch leichten Nieselregen, dick eingepackt und Mittags finden wir eine kleine Pizzeria, wo wir uns eine leckere Pizza Marinara schmecken lassen!

Am nächsten Morgen machen wir uns dann bereit für die letzte Etappe bis nach Mailand. Zunächst entlang der Landstraße, aber schon bald finden wir einen Radweg, der uns die letzten Kilometer bis ins Stadtzentrum führt! So eine gemütliche und schöne Einfahrt in eine Großstadt hatten wir bisher noch nicht 🙂 . Als wir nun in Mailand ankommen, sind wir von San Remo aus 5 Tage unterwegs gewesen – insgesamt etwa 290 km, welche von den Profis in ca. 7 Stunden zurückgelegt werden!  Unsere erste Adresse in Mailand ist der Dom um den wir staunend herumfahren – ein wirklich atemberaubendes Gebäude! Danach sitzen wir noch ein bisschen rum und auf einmal werden wir von einem Mann auf deutsch angesprochenen. “Ihr wart doch vor drei Tagen am Mittelmeer und habt dort neben dem Wohnmobilparkplatz am Strand gecampt? – Da haben wir euch auch schon gesehen!”

Wir unterhalten uns noch kurz mit ihm und seiner Frau über unsere Reise und sind entzückt über diesen sagenhaften Zufall 🙂 . Gegen Abend setzen wir uns in einen schönen Park, essen ein leckeres Abendbrot und trinken Wein. Als wir gerade fertig sind, bekommen wir von unserem Warmshowers Host Chiara eine SMS. Sie ist jetzt Zuhause und wir können vorbeikommen! Wir brauchen ca. 20 Minuten und dann kommen wir in ihrem Appartement an, wo wir ein schönes Zimmer für uns haben! Wir unterhalten uns nur kurz, weil sie morgen wieder früh zu ihrer Arbeit als Radiomoderatorin muss und so legen wir uns auch ins Bett und schauen noch gemütlich eine Serie. Morgens bereitet Olga uns ein sagenhaftes Pfannkuchen-Frühstück zu, welches wir genüsslich verzehren, bevor wir uns auf Sightseeing Tour begeben! Wir fahren mit der historischen Tram in die City und erkunden zu Fuß die tolle Stadt! Abends laufen wir dann auch den ganzen Weg zurück zum Appartement und kaufen vorher noch ein bisschen was fürs Abendessen ein. Chiara ist auch schon Zuhause als wir wiederkommen und gemeinsam kochen wir ein leckeres Essen und trinken guten Weißwein!

Weiter Richtung Gardasee und Venedig!

Am nächsten Tag schlafen wir aus und packen langsam unsere Sachen zusammen. Gegen Mittag kommt Chiara von der Arbeit wieder und wir verabschieden uns von ihr – wieder eine superschöne Warmshowers Erfahrung! Sie hat uns am Vorabend noch einen Radweg gezeigt, der uns Richtung Osten komplett aus der Stadt rausbringt – Genauso schön wie bei der Einfahrt! Mittags halten wir an einem Marktplatz, an dem die Stände gerade abgebaut werden. Die Händler überlassen uns eine große Portion Obst, die wir uns ein kleines Stückchen weiter schmecken lassen!

Morgens fahren wir dann weiter Richtung Gardasee und machen in der schönen, mittelalterlichen Stadt Brescia Mittagspause. Wir haben von Bekannten das Angebot bekommen, am Gardasee in ihrer Ferienwohnung zu wohnen. Dieses Angebot haben wir selbstverständlich angenommen und gegen Abend bekommen wir von einer Nachbarin die Schlüssel. Wir haben Nachmittags ordentlich eingekauft und machen uns jetzt einen gemütlichen Abend mit Wein und Pasta in unserer neuen Wohnung 🙂 . Wir bleiben hier insgesamt drei Tage und arbeiten fleißig an Blog und YouTube. Zwischendurch machen wir schöne Spaziergänge, ruinieren fast einen All-You-Can-Eat Sushiladen ( 😉 ) und backen uns kiloweise Pizza! Am letzten Tag räumen wir kurz auf, verabschieden uns von der Nachbarin und fahren bei herrlichem Sonnenschein Richtung Verona. In Verona machen wir eine kurze Sightseeing Tour, lassen Michels kaputtes Handy reparieren und schlagen Abends unser Zelt ein paar Kilometer weiter in einem schönen Park auf. Nach dem Abendessen legen wir uns in unsere warmen Schlafsäcke und lesen den Rest des Abends in unseren Büchern. Dabei hören wir, wie fast jeden Abend, aus dem nächsten Dorf die Kirchenglocken läuten und schlafen irgendwann gemütlich ein.

Als wir morgens weiterfahren, treffen wir nach ungefähr drei Kilometer ein Pärchen mit ihren Ebikes. Die beiden machen eine Radtour durch den Norden von Italien und wir beschließen kurzerhand ein Stückchen zusammen zu fahren. Wie sich herausstellt, gibt es einen richtig tollen Radweg nach Venedig, auf dem wir nebeneinander fahren und uns nett übers Radreisen und andere Dinge unterhalten. Nach ca. 45 km trennen sich dann unsere Wege und wir fahren noch ein paar Kilometer weiter, bis wir ca. 15 km vor Venedig unser Nachtlager aufschlagen. Zum Abendessen setzen wir uns an einen Picknicktisch und genießen Pasta, Salat mit Antipasti und leckeren Weißwein – La Dolce Vita in Italien!

Kurz vor Venedig fahren wir noch an einem Outdoor Laden vorbei und kaufen ein Imprägnierspray für das Zelt. Nach fast einem halben Jahr Dauereinsatz kann ein wenig Pflege nicht schaden finden wir! Über die lange Brücke fahren wir dann langsam auf Venedig zu. Im St. Marco Parkhaus stellen wir unsere Räder inklusive Taschen gegen eine Gebühr von 10 € pro Rad ab – empfehlenswert! Danach gehen wir los und erkunden einen ganzen Tag lang die wunderschöne Stadt. Auf dem Rückweg vom Markusplatz zum Parkhaus verlaufen wir uns dann noch ein paar mal aber schließlich kommen wir gegen Abend wieder bei unseren Rädern an. Wir hatten einen wundervollen Tag und aufgrund der Jahreszeit waren glücklicherweise auch nicht so viele Touristen da. Wir fahren wieder zurück über die Brücke und danach Richtung Norden auf einen kleinen Radweg. Dort stellen wir, mit Blick auf die Stadt, unser Zelt auf und fallen erschöpft in unsere Schlafsäcke…

Auf in den Balkan!

Nun geht es weiter auf kleineren Landstraßen Richtung Goertz. Langsam tauchen auf der linken Seite die gewaltigen Ausläufer der Alpen auf, während rechts weite Grasebenen die Landschaft prägen. Am nächsten Tag erscheinen nun auch vor uns Berge und nach einem Blick auf die Karte sehen wir, dass es sich dabei schon um Slowenien handelt! Wir fahren ungefähr bis 10 km vor Goertz und stellen unser Zelt an einem stillgelegten Stellwerk auf. Abends gibt es dann noch ein letztes Mal original-italienische Pasta und gespannt auf die Balkanhalbinsel schlafen wir langsam ein. Morgens packen wir unsere Sachen zusammen, frühstücken Haferflocken mit Kaffee und überqueren dann am frühen Nachmittag, leicht südlich von Goertz, die Grenze von Italien nach Slowenien…

 

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Ihr Beiden,

    das mit dem Parkhaus mit “Fahrradabteil” finde ich mal eine echt klasse Idee. Mir fehlt das oftmals in den Grossstädten, so dass man doch aus eigenem Interesse gezwungen ist, entweder die Fahrräder mitzunehmen oder halt unruhig durch die Stadt zu laufen.

    Weiterhin eine gute Fahrt passt auf Euch auf …

    Gruß
    Andreas

    • Hi Andreas!
      Ja wir fanden das auch sehr angenehm, ein paar Stunden mal “frei” zu sein und nicht ans Rad denken zu müssen 🙂
      Beste Grüße!

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