Mit dem Fahrrad durch Kirgistan – Teil 2

Nachdem wir im letzten Blogartikel über unsere Aufstiege zu diversen Pässen in Kirgistan berichtet haben, geht es jetzt erstmal etwas bergab für uns. Das nächste Ziel ist die Stadt Dschalalabad und am Abend dieses Tages wollen wir dort ankommen.


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Wodka in Kirgistan

Gegen 11 Uhr morgens werden wir jedoch erstmal von einer großen Gruppe Menschen angehalten, die am Wegesrand bei ihren zwei Autos steht. Die Frauen und Männer grinsen uns zu und fragen wo wir herkommen. Als wir erzählen, dass wir aus Deutschland kommen, gibt einer der Männer eine kurze 2. Weltkrieg Parodie zum Besten und dann wird bestimmt, dass wir ja nun einen Wodka trinken sollten. Auf die Freundschaft!

Tja, was sollen wir da machen! Der Boden einer 1,5 Liter Plastikflasche wird abgeschnitten und Michel bekommt einen randvollen Becher – in etwa 100ml Wodka. “Auf Kirgistan!”, danach ist Olga dran… Der kirgisische Wodka ist übrigens von exzellenter Qualität und schmeckt so mild, dass 100ml tatsächlich nicht so schlimm sind wie man denkt!

Etwas schief dreinblickend, aber fröhlich fahren wir danach weiter. Zum Glück geht es leicht bergab und die Straße ist gut!


Nach einer langen und entspannten Abfahrt kommen wir gegen Nachmittag dann in der Großstadt Dschalalabad an.

Gastfreundschaft auf Kirgisisch

Leicht überfordert von den Nachwirkungen des morgendlichen Drinks, den ganzen Menschen und den Autos schlängeln wir uns durch die Straßen in Richtung Ortsausgang. Neben uns fährt ein Auto und der Fahrer winkt uns fröhlich zu. Zufälligerweise fahren wir in die gleiche kleinere Nebenstraße wie er und etwa 100m später hält er an und winkt uns zu sich. “Hallo!”, sagt er auf russisch und wir antworten ihm ebenso. “Wollt ihr nicht einen Tee haben, ich wohne hier!”, fragt er und erst nachdem wir ein paar mal abgelehnt haben und er uns wieder und wieder bittet, stimmen wir zu. “Okay, eine Tasse Tee kann nicht schaden!”.

Er führt uns in seinen Hinterhof und ein Stück weiter in seinen Garten zu seinem Topchan. Topchans sind ein typisches Möbelstück in Zentralasien. Das sind überdachte, erhöhte Sitzecken, die mit einem Teppich ausgelegt sind. Dazu gibt es immer viele Kissen, damit man es sich richtig gemütlich machen kann. Hier werden Gäste empfangen, Mahlzeiten eingenommen, Mittagsschlaf gehalten und einfach nur entspannt!

Wir setzen uns und machen es uns bei Batarbek und seinem Cousin Turatbek, der auch grade aus dem Haus kommt, gemütlich. Wir unterhalten uns kurz über unsere Reise und dann geht Batarbek los um den Tee zu holen. Er kommt mit einer Vodkaflasche wieder… Der Abend wird feucht fröhlich und bald steht fest, dass wir hier übernachten werden. Es gibt Salat, Brot, Wassermelone und gemeinsam leeren wir 4 Flaschen Wodka!

Morgens wachen wir auf dem Topchan auf und sind erstaunlicherweise ziemlich fit! Wir frühstücken gemeinsam mit Batarbek. Turatbek ist gestern noch mit seinem Auto nach Hause gefahren!


Den Tag über fahren wir an langweiligen Maisfeldern vorbei und am Abend finden wir an eben diesen einen guten Campingspot, etwa 20km vor der Stadt Osh.

Die Fahrrad-Gang

In Osh treffen wir Andi und Dominik von Austria2Australia. Die beiden sind mit ihren Rädern aus Österreich hierher gefahren und wollen, wie der Name es sagt, bis nach Australien fahren! Wir essen gemeinsam eine Pizza und beschließen, dass wir gemeinsam Richtung Süden bis nach Sary Tasch fahren wollen. Das letzte Dorf vor der chinesischen bzw. tadschikischen Grenze. Dort werden sich unsere Wege dann trennen.


Wir nehmen eine kleinere Straße, abseits der viel befahrenen Hauptstraße und werden für unsere Abenteuerlust belohnt. Es gibt atemberaubende Berglandschaften und einen reißenden Fluß durch dessen Tal sich unser Weg schlängelt. Abends campen wir gemeinsam auf einer großen Grünfläche und machen mit der Drohne von den Jungs ein paar richtig coole Aufnahmen.


Zurück auf der Hauptstraße geht es nun relativ eben in Richtung der zwei letzten Pässe in Kirgistan. Zur Verstärkung holen wir uns köstliche Marillen von ein paar Straßenverkäuferinnen, dann geht es weiter. Plötzlich fängt es leicht an zu regnen und gerade eben schaffen wir es noch in einer Bushaltestelle unterschlupf zu finden. Dann öffnen sich die Himmelspforten und es regnet in Strömen!

Die Erdrutsche

Als wir etwa eine Stunde später weiterfahren können, warten nach ein paar Kilometern insgesamt drei heftige Erdrutsche, die die Straße fast komplett versperren. Den ersten überqueren wir noch relativ trocken, die beiden nächsten sind schlammig und nass – Dementsprechend sehen wir und unsere Fahrräder danach aus… Zum Glück finden wir direkt einen guten Campingspot und können uns erstmal ausruhen!


Am nächsten Morgen fahren wir dann weiter in Richtung “Thankfull Pass” und kommen am Abend an den ersten Serpentinen an. Gemeinsam mit Claire aus Wales, ebenfalls eine Radfahrerin die wir heute getroffen haben, errichten wir hier unser nächstes Nachtlager. Morgens erklimmen wir dann zu fünft den Pass und machen oben ein tolles Foto mit ein paar Locals! Ebenso motiviert erklimmen wir danach den zweiten und letzten Pass in Kirgistan – Den “40 Jahre Kirgistan Pass”!

Sary Tasch und Verabschiedung

Nun rollen wir gemütlich bergab und vor uns sehen wir das Dorf Sary Tasch. Hier trennen sich unsere Wege. Andi, Dominik und Claire fahren jetzt weiter in Richtung China. Für uns geht es jetzt weiter in die noch höheren Berge Tadschikistans. In der Hochebene, auf der Sary Tasch liegt, fahren wir langsam auf die Bergwand zu, die die Grenze zu Tadschikistan bildet. Es sind atemberaubende Ausblicke die unseren Abschluss von Kirgistan bilden.


Am Grenzposten reisen wir ohne Probleme aus Kirgistan aus und befinden uns nun im Niemandsland. Die Grenze zu Tadschikistan liegt auf einem 4000m hohem Pass, etwa 20km von hier entfernt. Also beschließen wir hier unser Zelt aufzuschlagen und den Anstieg morgen in Angriff zu nehmen. Wir füllen unsere Wasservorräte an einem dreckigen Bach mit Hilfe unseres Sawyer Wasserfilters auf.


Danach bauen wir dann etwas abseits der Straße unser Zelt auf. Einen kurzen Moment später kommen Omre und Stephan aus Tschechien mit ihren Rädern vorbei und stellen ihr Zelt neben unseres. Also wieder ein Gruppencamp aber wir sind alle so erschöpft, dass wir schon bald schlafen gehen… Morgen fahren wir nach Tadschikistan!


Warst du auch schon mal mit oder ohne Fahrrad in Kirgistan? Wie hast du das Land wahrgenommen? Wir können auf jeden Fall sagen, dass Kirgistan eines unserer absoluten Lieblingsländer auf unserer bisherigen Fahrradreise ist!


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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Jetzt habe ich den ganzen Blog innerhalb von zwei Tagen gelesen, so sehr hat mich diese Weltreise fasziniert. (Zuerst musste ich ziemlich oft auf “Ältere Artikel” klicken… : D ) Danke für die schönen Bilder, Beschreibungen und Tipps, die ich für meine eigenen geplanten Radreisen gut gebrauchen kann (besonders bezüglich der ausführlich beschriebenen Finanzierung). Der Blog ist schön übersichtlich und gut gemacht.
    Hier noch ein paar konstruktive Tipps:
    -Die Städte könnt ihr teilweise ruhig etwas genauer beschreiben, selbst wenn sie touristisch schon relativ bekannt sind.
    -Bei den hervorgehobenen Sätzen sind die Anführungszeichen oft unpassend, wenn es einfach nur ein Satz aus dem Reisebericht ist und kein richtiges Zitat.

    Gute Reise weiterhin, ich bin schon gespannt auf den Iran und andere Länder.

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